Gourmet

 03.06.2017

Sommerzeit - Rosé-Zeit

Rosé-Weine werden immer beliebter. Das hat viele Gründe, aber vor allem diesen: Roséweine werden immer besser! Lange als Abfallprodukt bei der ­Rotweinerzeugung belächelt oder oft als Zwitter zwischen Weiß- und Rotweinen angesehen gelingt es den Rosé-Weinen heutzutage besser, mit Qualität zu punkten. Inzwischen zollen ihm auch anspruchsvolle Weinliebhaber großen Respekt, und zahlen – man mag es kaum glauben – sogar dreistellige Eurobeträge für Spitzenqualitäten!

Dank des Klimawandels dürfen wir mehr wärmere Tage genießen, und da ist es von Vorteil, dass Roséweine meist einen etwas geringeren Alkoholgehalt als Rotweine aus der gleichen Sorte haben. Ein weiterer Pluspunkt: Rosés werden gut gekühlt getrunken und sind somit wunderbar erfrischend. Konsequenterweise finden sie in den warmen Frühlings- und Sommer­monaten den größten Zuspruch.
Keine andere Weinbauregion hat sich mit Rosé so profiliert wie die Provence. Dort ist Rosé eine eigene Kategorie, und übertrifft mit 88,5 Prozent aller Weine die Verkaufszahlen von Rot- und Weißweinen bei weitem. 39 Prozent aller französischen Rosés kommen aus der Provence, das sind 6 Prozent aller Rosés weltweit!

Ein besonderer Rosé aus der Provence ist der 2016er Mas des Esperelles. Seine Trauben werden im Département Var biologisch kultiviert, schonend gelesen und streng selektioniert. Die schnelle Verarbeitung sorgt für eine präzise ­Aromatik, die mineralienreichen Böden für Spannung und Tiefe im Wein. Schon die funkelnde Farbe von hellem Lachsrosa wirkt attraktiv. Das Etikett zeigt in schwungvoller Zeichnung die so typische Landschaft der Region mit den kleinen, gedrungenen Häuser voller Liebreiz. Im Duft findet man neben der delikaten Beerenfrucht auch eine feine Kräuterwürze, die mit Aromen von Lavendel, Thymian, Lorbeer und Majoran an den Duft der Garrique erinnert. Am Gaumen begeistert die saftige Frucht von Himbeeren, Erdbeeren und ein wenig Kirsche. Trotzdem bleibt er klassisch trocken, fließt wie feine Seide und ver­mittelt mit seiner zarten Mineralität den Eindruck von Eleganz und Feinheit.

So schafft er den nicht ganz einfachen Spagat, einerseits als unkomplizierter, süffiger und erfrischender Sommer- und Terrassenwein zu begeistern, und andererseits als perfekter Essensbegleiter zu Fisch- und Meeresfrüchten zu glänzen. Besonders attraktiv ist er zu mediterranen Speisen, insbe­sondere aber zu Lachs und Thunfisch, zu Garnelen und ­Languste. Wie der Saarländer zu sagen pflegt: Äänfach gudd!

Frank Roeder, Master of Wine


© 2015 Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH

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