Politik

 28.07.2015

Neues von "Stadtmitte am Fluss"

Foto: Landeshauptstadt Saarbrücken

Die Neugestaltung der Berliner Promenade im Zentrum war eines der Teilprojekte von „Stadtmitte am Fluss“. Der Ort, der 2013 offiziell eröffnet wurde, ist mittlerweile zum beliebten Treffpunkt für Jung und Alt geworden – trotz der festgestellten Baumängel. Diese sollen noch in diesem Jahr behoben werden. Foto: Petair-Fotolia

Mit jedem Tag, den der Mai seinem Ende zuging, fühlten sich diejenigen, die es schon immer gewusst haben, ein Stück mehr bestätigt. Seit 17. Mai war die Saarbrücker Stadtautobahn zwischen Luisen- und Bismarckbrücke gesperrt, weil die Unterseite der Wilhelm-Heinrichbrücke und der Fahrbahnbelag saniert wurden. Der Verkehr wurde über die Saarufer- und die Franz-Josef-Röder-Straße umgeleitet. Weil das auch die Ausweichstrecke ist, wenn die Saar über die Ufer tritt und die Autobahn unpassierbar macht, sprach mancher schon von „drei Wochen Hochwasser“. Und auch davon, was das bedeutet: Autofahrer meiden Saarbrücken. Und Autofahrer sind Kunden. Auch wenn die offiziellen Vertreter des Saarbrücker Vereins für Handel und Gewerbe sich betont gelassen gaben, was die Baustelle und ihre Folgen anging, Wirte und Händler grummelten vernehmlich – und immer wieder fiel der Satz: Was wäre das erst geworden, wenn Stadt und Land Jahre lang am Tunnel gebaut hätten.


Der Stadtautobahntunnel ist zwar aus dem Großprojektantrag, den Stadt und Land bei der Europäischen Union (EU) gestellt haben, gestrichen worden. Ganz aufgegeben hat Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer den Tunnel aber noch nicht. Doch nun kümmere man sich erstmal um die von der EU bezuschussten kleineren „Stadtmitte am Fluss“-Einzelprojekte. Die Alt-Saarbrücker Eisenbahnstraße wurde für rund 2,8 Millionen Euro saniert. Im Osthafen wurde mit einer Pontonbrücke das vor allem für Touristen interessante Radwegenetz geschlossen. Kosten: rund eine Million Euro. Neben dem Finanzamt wurde ein barrierefreier Aufgang für Radfahrer und Fußgänger zur Wilhelm-Heinrich-Brücke gebaut. Ebenfalls für Fußgänger und Radfahrer wird an der Congresshalle für rund 900000 Euro ein neuer Steg für Fußgänger und Radfahrer installiert.


Wann die Fahrbahn der Wilhelm-Heinrich-Brücke erneuert wird, ist noch unklar. Dieses Teilprojekt von „Stadtmitte am Fluss“ sollte zwar bereits abgeschlossen sein. Aber unter anderem der Plan des Baudezernats zwei der acht Spuren künftig zu Radwegen zu machen, sorgte im Saarbrücker Stadtrat für weiteren Gesprächs- und Planungsbedarf.


Und auch ein bereits als abgeschlossen betrachtetes „Stadtmitte am Fluss“-Projekt beschäftigt die Stadt weiter: die Berliner Promenade. Die ist zwar lange schon offiziell eingeweiht. Aber fertig ist der 26-Millionen-Euro-Bau nicht. Baumängel sind das Problem. Um die Baumängel ohne Zweifel zuordnen zu können, habe die Verwaltung ein Beweisverfahren beim Landgericht Saarbrücken angestoßen, teilte die Stadtverwaltung in diesen Tagen mit. Der gerichtlich bestellte Gutachter habe bereits Ende Juni den Unterbau von zwölf Treppenstufen untersucht, anschließend wurden die Stufen provisorisch, aber verkehrssicher wieder eingebaut. Die Sanierung wird im Anschluss an das Saar-Spektakel ab dem 10. August beginnen. Während der Arbeiten wird die Treppe den Bürgern nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Das Ganze kostet rund 200.000 Euro. Weil man nicht alle Rechnungen des Bauunternehmens bereits beglichen habe, kommen auf die Stadt keine zusätzlichen Kosten zu, sagt die Baudezernentin.
Im Zuge des Ermittlungsverfahrens gegen das Völklinger Bauunternehmen hatte ein von der Staatsanwaltschaft eingeschalteter Gutachter Baumängel festgestellt. Dieses Gutachten hat die Staatsanwaltschaft am 27. Mai zur Weitergabe an einen von der Stadt eingesetzten Bodengutachter freigegeben. Die Gutachter empfehlen der Verwaltung in ihrer Stellungnahme folgende Sanierungsmaßnahmen: Unter der Treppe bis zum Ufer sind die Schottertragschicht sowie die Frostschutzschicht mangelhaft. Dazu muss die Oberfläche auf rund 400 Quadratmetern geöffnet werden. Östlich der Luisenbrücke sind wegen ähnlicher Mängel auf einer Länge von 25 bis 30 Metern Sanierungsarbeiten notwendig. Diese Baumaßnahme beginnt in der zweiten Septemberhälfte. Ab Anfang Oktober kann die Sanierung des Ufers unterhalb der Treppe starten – wenn das Wetter mitspielt, wie die Stadtverwaltung betont.


Am 10. August beginnen nicht nur die Arbeiten an der Promenade. Zu diesem Termin hat der Landesbetrieb für Straßenbau erneut eine Autobahnsperrung in Saarbrücken an-
gekündigt. Voraussichtlich für drei Wochen wird die A 620 in Fahrtrichtung Saarlouis zwischen den Anschlussstellen Malstatter Brücke und Gersweiler voll gesperrt. Die offizielle Umleitungsstrecke führt den Verkehr über die Brückenstraße, die B 51 Breite Straße, Hochstraße, Helgenbrunnen und die Burbacher Straße zurück zur A 620. Auswirkungen auf die Innenstadt wie im Mai werden nicht befürchtet. hau


© 2015 Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH

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