Politik

 03.06.2017

Schwimmbadkonzept lässt weiter auf sich warten

Jedes Schwimmbad ist ein Zuschussbetrieb. Foto: schulfoto – fotolia.com

Schon seit geraumer Zeit wird im Saarland heftig über die Schließung von Schwimmbädern spekuliert. Grund ist ein Bäderkonzept, das vom saarländischen Innenministerium eigentlich bereits im vergangenen Sommer veröffentlicht werden sollte. Doch das Expertengremium, bestehend aus Mitgliedern der kommunalen Spitzenverbände und Vertretern des Schwimmbundes, arbeitet derzeit erst ­einmal noch an der Bestandsanalyse, wie ein Sprecher des  Innenministeriums berichtet. Dann müsse man sich mit ­Fragestellungen wie Kooperationsmöglichkeiten, Nutzung von Synergieeffekten, Betriebsplanung beschäftigen. Die Expertengruppe soll zum Schluss dann im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltungsgarantie Schlussfolgerungen für die saar­ländische Bäderlandschaft ausarbeiten.

Ein Zeitpunkt hierfür wurde nicht genannt. Der Sprecher betont allerdings, dass allein die Kommunen für die Belange der Bäder verantwortlich seien. Die Landesregierung führt die Analyse als freiwillige Aufgabe durch. Im Saarland existieren nach Angaben des Ministeriums 30 Hallenbäder und 39 Freibäder. Hinzu kommen Bostalsee und Losheimer See, neun Lehrschwimmbecken und drei Bäder privater Betreiber. Die Wasserfläche der Hallenbäder betrage 14,3 Quadratmeter pro 1000 Einwohner und 66 Quadratmeter bei den Freibädern. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 13 Quadratmeter beziehungsweise 52 Quadratmeter. Das heißt, die Wasserfläche liegt teilweise weit über dem Bundesdurchschnitt.

Der deutsche Städte- und Gemeindebund stellt klar, dass Schwimmbäder ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Daseinsvorsorge seien. Das heiße allerdings nicht, dass jede Gemeinde ein eigenes Schwimmbad haben muss. Das könne schon deshalb nicht funktionieren, weil jeder Schwimmbetrieb ein Zuschussbetrieb sei. Umgerechnet auf den einzelnen Be­­sucher der Badeanstalt würden die Zuschüsse zwischen 5 und 10 Euro pro Person liegen. Die Unterhaltung eines Schwimmbades ist kostendeckend nicht möglich. Deshalb seien zusätzliche Landes-, aber auch Bundesmittel unverzichtbar.

Gleichzeitig sei es denkbar, dass eine Gemeinde das sanierungsbedürftige Schwimmbad schließt, die andere es saniert und dafür ein unentgeltlicher Schwimmbadbus zwischen den Gemeinden pendelt. Gute Erfahrungen hätten Kommunen auch mit Fördervereinen oder Genossenschaften gemacht, denen das Schwimmbad überlassen wurde. Darüber hinaus könne über bedarfsorientierte Nutzungszeiten am Bedarf, mehr Werbung sowie der Einnahmen aus Nebenbetrieben wie Gastronomie, Sonderveranstaltungen, oder die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit durch bauliche Maßnahmen das Potential gehoben werden. nob


© 2015 Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH

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