Wirtschaft

 05.04.2017

Kräfte bündeln, Kosten senken

Viele Unternehmen setzen auf eine Verbundausbildung und sparen dadurch Kosten. Foto: industrieblick – fotolia.com

Mehr als 350 Ausbildungsberufe gibt es derzeit in Deutschland. Die meisten davon werden verantwortlich von den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern betreut, einige wenige von den Ärzte-, Landwirtschafts- oder Steuerberaterkammern. Während die Kammern festlegen, wer ausbilden darf, welche Inhalte in einem Beruf vermittelt werden müssen, Prüfungen abnehmen, kümmern sich die Unternehmen und Betriebe in der Regel um die Durchführung der Ausbildung. Doch da gibt es große Unterschiede. Einige Firmen gewährleisten die Ausbildung von A bis Z im eigenen Haus, andere kooperieren mit Partnerunternehmen oder Bildungsträgern, wenn sie selbst nicht alle Ausbildungsinhalte vorhalten, andere wiederum ­bündeln ihre Ausbildungskapazitäten in Konsortien oder geben die komplette Ausbildung in eine überbetriebliche Einrichtung. Gründe für Unternehmen, in der beruflichen Erstausbildung verstärkt mit anderen Partnern zusammen zu arbeiten, seien in erster Linie kostengetrieben, erklärt Michael Meter vom Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung von der IHK Saarland. Im Grunde genommen eine vernünftige Sache, denn das Vorhalten von Personal oder einer entsprechenden Infrastruktur wie Maschinen und Werkzeuge kosten Geld. Außerdem haben viele kleinere Betriebe aufgrund ihrer Kapazitäten nicht immer die Möglichkeit, selbst komplett auszubilden. Allerdings müssen ausbildungswillige Unternehmen gewisse Voraussetzungen erfüllen, wollen sie jungen Menschen eine Berufsausbildung ermöglichen.

Die IHK Saarland beispielsweise ist für ca. 150 Ausbildungsberufe verantwortlich vorrangig in den Bereichen Industrie, Handel, Metall, Elektro, Banken, Versicherungen, Gastronomie und teilweise auch im Bauwesen. Rund 10.100 junge Menschen sind nach Angaben der IHK Saarland derzeit hierzulande in Ausbildung und zwar vom 1. bis zum 4. Lehrjahr. Mehr als 4.300 haben letztes Jahr eine Berufsausbildung gestartet. „Ob ein Unternehmen seine Ausbildung in Eigenregie oder mit anderen durchführt, hängt von deren Firmenphilosophie ab. Wir prüfen lediglich, ob die Vermittlung der Ausbildungsinhalte garantiert wird“, erklärt IHK-Geschäftsführer Peter Nagel.

Es hängt nicht unbedingt von der Größe ab, ob eine Firma mit anderen kooperiert. So arbeiten große, mittlere und kleine Unternehmen im Metallbereich in der überbetrieblichen Ausbildung in der GSH Gemeinschaftsausbildungsstätte Saar­brücken-Halberg e. V. oder in der VAUS Verbundausbildung Untere Saar e. V. zusammen. Beide sind als Verein organisiert, die Betriebe sind Vereinsmitglieder und zahlen entsprechend der Anzahl der Auszubildenden.

Andere Betriebe, die nicht alle geforderten Ausbildungs­module vorhalten können entweder aus Kapazitätsgründen oder wegen Outsourcings, kooperieren beispielsweise mit ­Bildungsträgern wie dem Berufsförderungswerk, TÜV Nord ­Bildung Saar oder der Christlichen Erwachsenenbildung CEB. Man spricht von der Auftragsausbildung. Wichtig bei allen Verbundlösungen sei es, dass mehr als 50 Prozent der Ausbildung vom ausbildenden Unternehmen selbst vorgehalten wird. nea


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