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 24.04.2012

Bühnenkunst auf hohem Niveau

Foto: Cirque Invisible

Am Anfang war es ein Experiment, heute ist es das einzige deutsch-französische Kulturfestival, das sich weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus einen Namen gemacht hat: das Festival Perspectives. In diesem Jahr findet es zum 34. Mal statt. 700000 Euro beträgt das Budget, das zum größten Teil von den vier Trägern (Stiftung für deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Landesregierung, Landeshauptstadt Saarbrücken und Département Moselle) sowie vom Hauptsponsor Sparkasse Saarbrücken bereitgestellt wird.
Das diesjährige Programm verspricht wieder anspruchsvolle Unterhaltung, zeitgenössisches Theater auf hohem Niveau. Der facettenreiche Spielplan erstreckt sich von Angeboten aus den Sparten Sprechtheater und Performance über zeitgenössischen Tanz, Zirkus und Straßentheater bis hin zu Figurentheater und Konzerten junger aufstrebender Musikgruppen.
Zur Eröffnung am Donnerstag, 24. Mai, im Le Carreau in Forbach, wird das Publikum in einen „unsichtbaren Zirkus“ entführt. In „Cirque Invisible“ erschaffen zwei Künstler einen geheimnisvollen, eigenwilligen Kosmos voller Illusionen, bunter Träume und Kostüme, die sich in Fabelwesen verwandeln.
Eine ganz andere Art von Zirkus wird im Zirkuszelt am Tbilisserplatz präsentiert: In „Face Nord“ kämpfen vier Artisten unermüdlich gegen die physikalischen Gesetze. Sie ringen, sie klettern, sie ziehen, sie fliegen – und manchmal scheitern sie auch.
Auch in „Rhizikon“ geht es um außergewöhnliche Akrobatik. Das Bühnenbild ist eine Schultafel, die Künstlerin ist Artistin und Philosophin zugleich. Dazu gibt es Hörproben des französischen Philosophen Vladimir Jankélévitch. Themen wie Gefahr, Risiko, Angst und Grenzen werden eindrucksvoll umgesetzt und im Anschluss diskutiert.
Auf dem diesjährigen Perspectives-Programm steht auch drei Mal Tanz, wie er unterschiedlicher nicht sein kann: „Le Sacre du printemps“ im Großen Haus, das Stravinskys Meisterwerk emotional und rockig umsetzt, „Les Corbeux“ in der Buswerkstatt, in dem ein Tänzer zugleich Maler ist und mit seinem Körper Raben zeichnet, sowie „Micro“, das die Grenzen von Theater, Tanz und Rockkonzert auflöst.
Das renommierte Regiekollektiv Rimini Protokoll zeigt in „Herr Dagacar und die goldene Tektonik des Mülls“ eindrucksvoll das Leben von vier Wertstoffsammlern aus Istanbul. Sie erzählen von ihrer nächtlichen Arbeit, von ihrem Leben, ihrer Kultur, ihren Träumen und Albträumen, Hoffnungen und Sehnsüchten. In „Cocorico“ sorgt ein französisches Männerduo mit Gestik, Mimik und Musik für jede Menge Situationskomik.
Und auch eine melancholische Interpretation von Aschenputtel (Cendrillon), ein Science-Fiction-Thriller über Geld (Money – It came from outer space), ein starkes Stück über das Leben zweier Muslima in Berlin (ArabQueen – oder das andere Leben) und die dokumentarische Performance „Jerusalem plomb durci“ versprechen anspruchsvolle Unterhaltung.
Der Vorverkauf für das Festival Perspectives hat bereits begonnen. Die Karten sind am St. Johanner Markt 13-15, dienstags und mittwochs von 11.30 bis 14.30 Uhr in der Mensa der Universität des Saarlandes sowie im Le Carreau in Forbach erhältlich. ro


© 2013 Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH

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